Unberechtigte Abbuchungen – was tun, wenn Geld vom Konto verschwindet?
Plötzlich taucht eine unbekannte Abbuchung auf dem Kontoauszug auf. Das ist ärgerlich – aber Sie können sich wehren. Hier erfahren Sie, was jetzt zu tun ist.
Sofortmaßnahmen: Das sollten Sie jetzt tun
Wenn Sie eine unberechtigte Abbuchung auf Ihrem Konto entdecken, zählt Schnelligkeit. Je früher Sie handeln, desto besser stehen Ihre Chancen, das Geld zurückzubekommen.
Kontoauszug prüfen und dokumentieren
Notieren Sie den genauen Betrag, das Datum und den Empfänger der Abbuchung. Machen Sie einen Screenshot oder eine Kopie des Kontoauszugs. Diese Dokumentation brauchen Sie später als Beweis.
Bank kontaktieren – SEPA-Lastschrift zurückbuchen
Bei SEPA-Lastschriften haben Sie 8 Wochen Zeit, die Abbuchung über Ihre Bank zurückbuchen zu lassen. Das geht meist direkt im Online-Banking oder per Anruf. Bei nicht autorisierten Abbuchungen (ohne gültige Einzugsermächtigung) beträgt die Frist sogar 13 Monate.
Einzugsermächtigung widerrufen
Falls Sie irgendwann ein SEPA-Mandat erteilt haben, widerrufen Sie dieses schriftlich gegenüber dem Unternehmen. Informieren Sie auch Ihre Bank, damit künftige Abbuchungen blockiert werden.
Widerspruch an das Unternehmen senden
Schreiben Sie dem abbuchenden Unternehmen: Sie widersprechen der Forderung, fordern die Rückzahlung und kündigen vorsorglich einen etwaigen Vertrag. Am besten per E-Mail mit Lesebestätigung oder Einschreiben.
Diese Firmen buchen häufig unberechtigt ab
In unserer Kanzlei sehen wir immer wieder dieselben Unternehmen, die Verbrauchern Geld vom Konto abbuchen – oft ohne gültigen Vertrag oder nach einer angeblichen Testphase, die sich automatisch verlängert hat.
Taucht eine dieser Firmen auf Ihrem Kontoauszug auf? Dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine typische Abo-Falle. Prüfen Sie, ob Sie für Ihren Gegner ein Musterschreiben bei uns erhalten können.
Rechtliche Grundlagen: § 675x BGB und Ihre Rechte
Das deutsche Recht schützt Verbraucher umfassend vor unberechtigten Kontoabbuchungen. Die wichtigsten Regelungen im Überblick:
SEPA-Lastschriftrückgabe (§ 675x BGB)
War die Lastschrift autorisiert (SEPA-Mandat vorhanden), haben Sie 8 Wochenab Abbuchung Zeit für eine Rückbuchung. War sie nicht autorisiert – also ohne Ihr Einverständnis – beträgt die Frist sogar 13 Monate. Die Bank muss den Betrag unverzüglich erstatten.
Kein Vertrag = keine Zahlungspflicht
Viele Abbuchungen basieren auf Verträgen, die durch täuschende Webseiten zustande gekommen sein sollen. Nach § 312j Abs. 3 BGB ist ein Vertrag im elektronischen Geschäftsverkehr nur wirksam, wenn der Unternehmer die sogenannte „Button-Lösung“ einhält – also ein Bestellbutton mit der Aufschrift „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer gleichwertigen Formulierung.
Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen
Selbst wenn ein Vertrag wirksam zustande gekommen wäre: Bei Fernabsatzverträgen haben Verbraucher grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Wurde nicht ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht belehrt, verlängert sich die Frist auf bis zu 12 Monate und 14 Tage.
Wann sollten Sie einen Anwalt einschalten?
Nicht jede unberechtigte Abbuchung erfordert sofort anwaltliche Hilfe. In vielen Fällen genügt ein gut formuliertes Schreiben. Aber es gibt Situationen, in denen Sie sich professionelle Unterstützung holen sollten:
- Das Unternehmen reagiert nicht auf Ihren Widerspruch
- Es wird weiterhin abgebucht, obwohl Sie widerrufen haben
- Sie erhalten Inkasso-Schreiben oder Mahnungen
- Der abgebuchte Betrag ist hoch (mehrere hundert Euro)
- Es droht ein gerichtlicher Mahnbescheid
- Sie sind unsicher, ob tatsächlich ein Vertrag besteht
Rechtsanwalt Dr. Christian Hoffmann (Kanzlei Hoffmann, Kiel) ist seit über 10 Jahren auf Abo-Fallen und unberechtigte Forderungen spezialisiert. Mit über 4.000 Bewertungen auf anwalt.de gehört er zu den erfahrensten Anwälten in diesem Bereich.
Das sagen Betroffene
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Dr. Christian Hoffmann
Rechtsanwalt in Kiel. Seit über 10 Jahren vertrete ich Verbraucher gegen unberechtigte Forderungen, Abo-Fallen und Inkasso-Abzocke.
Ich habe bereits tausenden Betroffenen geholfen, die sich in einer ähnlichen Situation befunden haben wie Sie.
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