Verzugsalarm - Was tun bei Zahlungserinnerung?
Zahlungserinnerung von Verzugsalarm aus Stuttgart erhalten? Rechtsanwalt Dr. Hoffmann erklärt, ob es sich um eine seriöse Forderung handelt und was zu tun ist.

So sollten Sie auf Zahlungserinnerungen von "Verzugsalarm" reagieren
“Verzugsalarm” steht auf den Schreiben, die viele derzeit erhalten. In den Zahlungserinnerungen werden die Empfänger aufgefordert, Beträge zu bezahlen.
Viele Betroffene sind äußerst überrascht, wenn Sie ein solches Schreiben von “Verzugsalarm” erhalten. Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die Zahlungserinnerungen und was Sie tun sollten, wenn Sie ebenfalls betroffen sind.
Zahlungserinnerung von Verzugsalarm

Die Konkurrenz zwischen Inkassounternehmen ist groß. Auch deshalb lässt sich die Branche offenbar immer wieder etwas Neues einfallen, um (angebliche) Schuldner zu bezahlen von (angeblich) offenen Forderungen zu bewegen.
Neuestes Beispiel für dieses Einfallsreichtum sind Schreiben, die mit dem Wort “Verzugsalarm” und einem Ausrufezeichen versehen sind. Als Rechtsanwalt, der seit Jahren mit solchen Mahnungen zu tun hat, fiel mir gleich die Ähnlichkeit zu Mahnungen der Culpa Inkasso GmbH auf. Sowohl das Layout der Schreiben als auch die Formulierungen sind sehr ähnlich. Und tatsächlich findet sich unten auf den Schreiben auch der Hinweis, dass es sich bei Verzugsalarm um ein Unternehmen der Culpa Inkasso GmbH handelt. Dies erklärt unter anderem, dass auch die Anschrift in der Schockenriedstraße 8B in Stuttgart identisch ist.
Die Culpa Inkasso GmbH hingegen ist bereits seit Jahren in diesem Bereich tätig und macht Forderungen für zahlreiche, teils sehr dubiose Unternehmen geltend.
Sehr aufschlussreich sind die Angaben, die das Unternehmen auf seiner Homepage (https://www.culpa-ebizz.de/mahnservice_mobile_culpa-ebizz.html) über seinen Service präsentiert. So sei der Service “Verzugsalarm” einfach gehalten und eigne sich für nur wenige oder einzelne Forderungen von Firmen und Privatleuten.
Außerdem sei der Service in ein “effizientes Forderungsmanagement verzahnt”. So werden “hartnäckige Nichtzahler” nach Ablauf der gesetzlichen Fristen “automatisch ans Inkasso für außergerichtliche oder gerichtliche Inkassomaßnahmen übergeben”. Eine solche Mahnung koste dem Auftraggeber nur 2,50 € zzgl. MwSt “inkl. Druck, Kuvertierung, Backoffice, Telefonservice, Kontrolle Zahlungseingang / Überwachung von Ratenzahlung, Erstellung von Zahlungsplänen.”
Dies spricht dafür, dass die Mahnungen von “Verzugsalarm” einem regulären Mahnverfahren vorgeschaltet sind. Wird nicht gezahlt, folgen bald weitere Mahnungen mit höheren Inkassogebühren.
Nur wenige Informationen in den Schreiben von Verzugsalarm

Die Zahlungserinnerungen von “Verzugsalarm” sind meist sehr kurz gehalten. So wird dem jeweiligen Empfänger zunächst lediglich mitgeteilt, von welchem Unternehmen “Verzugsalarm” beauftragt worden sei. Häufig handelt es sich dabei um Anbieter von Datingseiten, wie etwa die Corebytes S.A.R.L AU / youporn.dating.
Verzugsalarm sei nun beauftragt worden, an die Zahlung zu erinnern. Anschließend heißt es: “Wir gehen davon aus, dass die Zahlung von Ihnen lediglich vergessen wurde und dies nicht in böser Absicht geschah”.
In der anschließenden Kostenaufstellung werden dann neben der Hauptforderung auch Mahnkosten (häufig lediglich 5,00 €) aufgeführt.
Weitere Details zum (angeblichen) Vertrag, wie etwa Zeitpunkt des Vertragsschlusses, Laufzeit oder Höhe der monatlichen Kosten finden sich in den Schreiben dagegen häufig nicht. Für die Empfänger der Schreiben ist die Rechtmäßigkeit allein aufgrund dieser Zahlungserinnerung von “Verzugsalarm” daher kaum zu überprüfen.
Zahlungserinnerungen von Verzugsalarm bezahlen oder einfach ignorieren?
Wie bei jeder Mahnung eines Inkassounternehmens stellt sich die Frage, wie Sie am besten auf die Zahlungserinnerung reagieren sollten.
Die erste Option wäre, dass Sie den geforderten Betrag einfach bezahlen und ansonsten nichts weiter unternehmen. Hierbei sollten Sie jedoch beachten, dass der Grund für die Forderung in vielen Fällen ein Abo ist, welches sich immer wieder verlängert, solange Sie nicht kündigen. Es besteht daher die große Gefahr, dass Sie nach einigen Monaten eine weitere Mahnung erhalten werden.
Die zweite Möglichkeit wäre, dass Sie die Mahnungen einfach ignorieren. Bei dieser Variante besteht jedoch die Gefahr, dass die Gegenseite weitere Maßnahmen gegen Sie einleitet, wie etwa die Beantragung eines gerichtlichen Mahnbescheides. Auch wird in Inkassomahnungen zum Teil damit gedroht, dass die offene Forderung der SCHUFA gemeldet wird (ob diese jedoch tatsächlich passiert, kann nicht allgemeingültig gesagt werden).
Eine derartige Meldung ist indes nicht zulässig, wenn Sie die Rechtmäßigkeit der Forderung bestritten haben.
Sie sollten sich daher zumindest einmal schriftlich mit Verzugsalarm in Verbindung setzen und die Forderung bestreiten und deren Rechtmäßigkeit zurückweisen. Da Sie einen Nachweis darüber aufbewahren sollten, empfiehlt es sich nicht, dies telefonisch zu klären. Vielmehr sollten Sie Ihre Einwände schriftlich formulieren und Ihr Schreiben auf dem Postweg versenden.
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Ignorieren oder bezahlen?
Beides ist in den meisten Fällen keine gute Idee — ich erkläre Ihnen, warum, und was der richtige Weg ist.
Wer Mahnungen und Inkassobriefe ignoriert, riskiert, dass aus einer zweifelhaften Forderung ein gerichtlicher Mahnbescheid wird. Ab dem Moment zählt nicht mehr, ob die Forderung berechtigt war, sondern nur noch, ob Sie rechtzeitig Widerspruch eingelegt haben.
Wer unter Druck zahlt, ohne die Forderung zu prüfen, finanziert im schlimmsten Fall unseriöse Anbieter. Außerdem signalisieren Sie mit einer Zahlung, dass Sie zahlungsbereit sind — und stehen schnell wieder auf der Liste für die nächste Rechnung oder eine ungewollte Vertragsverlängerung.
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Häufige Fragen zu Verzugsalarm
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